Das Corman-Drosten-Paper ist ein Wissenschaftsskandal

Anonymes Interview mit einem Wissenschaftler & Journal-Editor zum Drosten-Skandal und Korruption in der Wissenschaft

Credits: Wouter Aukema

Berlin, 11. Januar 2020 | Er ist ein renommierter Wissenschaftler und sich der Brisanz der Thematik bewusst. Daher spricht er anonym mit dem Demokratischen Widerstand über den Corman-Drosten-Koopmans-Skandal, Korruption in der Wissenschaft und sein Fachgebiet Vitamin D3. Das Interview erschien in der 33. Ausgabe des Demokratischen Widerstand. www.demokratischerwiderstand.de

Dr. M, Sie haben sich in einer wissenschaftlichen Meta-Analyse mit Vitamin D3 beschäftigt. Gibt es Ihrer Einschätzung nach eine Korrelation zwischen der Schwere von COVID-19- Verläufen und Vitamin D3?

Ja, definitiv. Ein solcher Trend ist klar zu erkennen. In einigen nordischen Ländern, Island und Norwegen beispielsweise wird die Milch mit D3 angereichert. In Ländern, wo viel Fisch gegessen wird, im Besonderen Kabeljauöl, haben die Menschen deutlichd höhere D3-Spiegel und weniger schwere Covid-Fälle, zum Beispiel in Norwegen. Auch gibt es inzwischen eine solide Studienlage zu den Vitamin-D-Spiegeln an oder mit Covid Verstorbener. Die Datenlage ist ziemlich eindeutig: ein hoher Vitamin-D-Blutserumspiegel beugt dem schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung effektiv vor. Eigentlich kann man angesichts der derzeitigen Studienlage nur anraten, beim Kampf gegen Covid-19 alle Menschen systematisch auf ein hohes Vitamin-D3-Level zu bringen. Leider beharren die WHO, die EU und nationale Gesundheitsministerien auf der Aussage, ab 20ng/ml gäbe es kein Gesundheitsrisiko. Das ist leider nicht wahr! Ausreichend wäre wahrscheinlich ein Blutserumwert von mindestens 35–40ng/ml, optimal 60 ng/ml oder evtl. sogar höher. Bei hohen Dosierungen ergibt sich zwar ohne weitere Supplemente durchaus das oft erwähnte Problem einer decalcification, einer Dekalzifizierung: das bedeutet, bei viel D3 und wenig K2 entweicht Kalzium aus den Knochen in die Blutbahn. Dabei können dann die Arterien verkalken, was infolge zu Nierenstein führen kann. Wenn aber ergänzend zu D3 mit K2 supplementiert oder grünes Blattgemüse — v.a. Grünkohl — verzehrt wird, bleibt das Kalzium in den Knochen. Da kann man dann auch ohne Probleme einen D3-Spiegel von 100nl/ml haben. Auch Magnesium-Supplemente stellen eine sinnvolle Ergänzung dar, da Magnesium für die enzymatische Aktivität rund um Vitamin D benötigt wird. Menschen mit einen hohen D3-Spiegel haben insgesamt ein starkes Immunsystem, da D3 immunregulativ wirkt.

Glauben Sie, dass diese wertvolle Information von offiziellen Medien vorenthalten wird, weil sich mit der Verabreichung eines Vitamins eben kaum Geld verdienen lässt?

Ja, und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, es gibt einen Lobbyverband, der versucht zu verhindern dass die Menschen einen hohen D3-Spiegel haben. Es ist der gleiche Lobbyverband, der momentan versucht, in Europa das CBD-Öl (medizinisch wirksamer Extrakt der Cannabispflanze ohne berauschendes THC, Anm. d. Red.) wieder zu verbieten. Wahrscheinlich wird es jetzt schon wieder als Verschwörung abgetan wenn ich sage, es ist die Pharmalobby. Aber es ist schon bemerkenswert, dass jetzt genau solche Gesetzesvorschläge wieder im EU-Parlament auftauchen. Das ist schon alles sehr merkwürdig.

Wenn aber die Datenlage so eindeutig pro Vitamin D ist, wie schaffen es diese machtvollen Kartelle dennoch, Evidenz zur Fake Science zu erklären?

Das machen sie gar nicht. Es wird einfach nur nicht behandelt. Die ganzen Studien, die zum Ergebnis kommen, ein hoher D3-Spiegel sei vorteilhaft — da wird eigentlich gar nicht viel gegen gesagt. Manchmal heißt es dann noch, zu hoch sei aber auch nicht gut wegen der vorhin erwähnten Dekalzifizierung — das wäre allerdings mit der Zugabe von K2 problemlos zu lösen. Das Wissen, welches es zu D3 bereits gibt, wird einfach nicht thematisiert. Lauterbach hat es mal probiert, und meinte, die Studienlage zu D3 sei „ganz schwach“. Hunderte Kommentare unter seinem Tweet haben seine Aussage widerlegt — nur ist er auf diese Argumente dann natürlich nicht mehr eingegangen. Es wird dann einfach darüber hinweggeschwiegen. Ich werfe ihm daher Befangenheit vor. Er weiß ganz genau, dass D3 funktioniert, es gibt so viele Studien darüber. Es gibt sogar ein ganzes D3-Wiki, eine Wikipedia nur über D3. Dort werden beide Seiten beleuchtet, vollkommen rational. Studien, die behaupteten „Mit D3 0% Sterblichkeit!“, haben wir selbst dort eigenhändig debunked. Es gibt keine objektive Wahrheit, auch in Studien nicht. Allerdings, Strömungen wie rund um Lauterbach oder Drosten wissen ganz genau, dass es bessere Lösungen gibt. Trotzdem drängen sie auf Durchimpfung und Isolation — auf nicht erprobte, ziemlich gravierende Maßnahmen, die potentiell alles nur noch schlimmer machen.

Glauben Sie, jemand wie Karl Lauterbach hat ernsthaft Durchblick? Mein Eindruck ist eher, seine Zwanghaftigkeit transportiert den aktuellen Zeitgeist, und er genießt die Medienaufmerksamkeit.

Karl Lauterbach wählt Studien stark selektiv aus. Wenn er wirklich, wie er gerne von sich behauptet, jeden Abend neue Studien liest — zum Beispiel bei Science Direct oder GoogleScholar, nach Schlagworten wie „Corona mortality rate“, Corona-Sterberate — dann erhält er dort eine ganze Auswahl von Studien angezeigt, die er lesen könnte. Ich unterstelle mal im Positiven, er liest auch verschiedene Studien, ergebnisoffen. Aber für die öffentliche Darstellung wählt er selektiv die aus, die in sein Narrativ passen.

Kommen wir zu den Playern. Was, glauben Sie, ist die Triebfeder der Leute, die uns gerade in dieses Schlamassel hineinreiten. Ist es Gier? Das Streben nach Macht, flüchtiger Ruhm?

Dr. Drosten ist in meinen Augen ein Asset. Er hat schon lange vor Corona für den großflächigen Einsatz von PCR-Tests geworben, zusammen mit seinem alten Freund und Kollegen Olfert Landt. Das gleiche Playbook wurde damals schon bei der Schweinegrippe angewandt. Jetzt hat er es erneut versucht. Damals hat es der ärztliche Kollege Wodarg gerade noch rechtzeitig geschafft, das zu debunken. Diesmal hat es geklappt. Aber schon damals, als „Greenhorn“ (Neuling auf dem Gebiet, Anm. d. Red.) hat er für die Pharmabranche vieles erreicht, man erinnere sich an den Großeinkauf Pandemrix-Impfungen im Jahr 2010 von dem ein Großteil danach vernichtet werden musste, als sich die Hinweise auf Narkolepsie-Fälle als Nebenwirkung verdichteten. Schon damals stand ein Playbook, eine Art Drehbuch dahinter.

Wenn man nun noch die Tatsache heranzieht, dass er dem Editorial Board des European Surveillance Centers vorsitzt, beginnt es kritisch zu werden. Er arbeitet dort übrigens eng mit Marion Koopmans zusammen — sozusagen die „niederländische Version“ von Dr. Drosten. Mit ihr hatten Kollegen und ich diverse Auseinandersetzungen auf Twitter, aber sie reagiert stets nur mit persönlichen Angriffen und geht nie auf Argumente ein. Kann sie auch ganz schlecht, denn dieser Peer Review Prozess des Corman-Drosten-Papers, an dem Koopmans Mitautorin ist, war vollkommen inkorrekt, eine reine Farce.

Was ist schiefgelaufen bei diesem Paper?

Der Peer-Review-Prozess des Papers dauerte zwei Tage. Alle anderen wissenschaflichen Veröffentlichtlichungen bei Eurosurveillance haben Wochen und Monate gebraucht, um veröffentlicht zu werden, im Durchschnitt 172 Tage. Nur ein einziges hat es innerhalb von 2 Tagen geschafft: Das Corman-Drosten-Paper. Und es ist auch noch vollkommen fehlerhaft. Die Reviewer hätten eigentlich sehen müssen, was da alles schiefläuft.

Kollegen von mir haben das Paper gereviewed. Sie haben einen Kommentar an Eurosurveillance geschickt und gesagt, ihr müsst das Paper zurückziehen. Nun dauert es bereits mehrere Monate, um diesen Kommentar zu überprüfen, das offline zu nehmen — das ist schon sehr merkwürdig! Die Überprüfung dauert immer noch an.

Wie müsste ein Veröffentlichungsprozess in so einem wissenschaftlichen Journal eigentlich ablaufen?

Ich reviewe selbst wissenschaftliche Publikationen. Generell läuft ein Peer-Review Prozess meiner Meinung nach so: Ein Paper kommt rein. Dann sucht der verantwortliche Editor Peer-Reviewer, zwei oder drei generell, aber mindestens zwei. Die müssen den Review-Versuch akzeptieren. Das dauert generell ein paar Tage. Alles läuft anonym, das heißt sie sehen nicht, von wem das kommt, sie dürfen es auch nicht wissen. Danach haben sie in der Regel 30 Tage Zeit, um das Paper zu lesen und einen Reviewreport zu schreiben., Das kommt immer auf das Journal an. Dann kommt ein Kommentar zurück — das Paper wird in der Regel nie direkt akzeptiert, da folgt meist noch ein Minor oder Major Review. Danach haben die Autoren Zeit, sich die Kommentare anzuschauen, auf jeden Kommentar einzeln einzugehen, das Paper zu revisen, dann geht es nochmal zurück, und im seltensten Fall wird es dann sofort akzeptiert. In den meisten Fällen gibt es noch oder zwei weitere Runden, also ein Major Review. Wir sprechen alles in allem eigentlich von einer Peer Review Prozedur, die regulär zwischen vier und sechs Monaten dauert.

Wie rechtfertigt man das, wenn dann so ein umfangreicher Prozess plötzlich auf einen Tag verkürzt und ein Paper quasi „durchgewunken“ wird?

Ja, gar nicht! Das ist ein wissenschaftlicher Skandal.

Wer, außer Drosten, sind die Mitautoren?

Es sind viele, unter anderem Victor Corman, Olfert Landt, Marion Koopmans und Marco Kaiser. Schaut man sich die Meta-Daten des PDF an, so erkennt man, Drosten hat es geschrieben. Er ist auch der corresponding author, das heißt, er hat es eingeschickt. Bei Olfert Landt ist problematisch, dass er mit seiner Firma TIP Molbiol profitiert, bei Interessenkonflikten aber nicht genannt wurde, ebensowenig Corman und Drosten, die beide an der privaten Labor Berlin GmbH beteiligt sind und an diesen Tests indirekt auch mitverdienen. Auch Marco Kaiser profitiert durch seine Tätigkeit bei der GenExpress GmbH, einem privaten Testhersteller, und seine Verbindungen zu Olfert Landt. Das alles wurde nicht unter Interessenskonflikten aufgeführt. Allein dafür müsste das Paper eigentlich zurückgezogen werden. Drosten ist Profiteur, Lauterbach, Koopmans, Kaiser, sie alle sind Profiteure. Drosten und Chantal Reusken, zwei Autoren des Papers, sitzen zudem dem Editorial Board des Eurosurveillance vor. Es bringt Drosten auch viele neue Forschungsgelder. Inwiefern er privatwirtschaftlich profitiert über Landt und Co., weiß ich nicht.

Sie glauben nicht, dass es bei der Bekämpfung dieser Pandemie um unsere Gesundheit geht?

Wie kann es sein, dass täglich um die 10.000 Kinder verhungern, und da unternimmt keiner etwas gegen? Jeff Bezos könnte den Welthunger für die nächsten 10 Jahre mit einem Bruchteil seines Vermögens sofort eliminieren, aber das ist natürlich nicht gewünscht. Einige Tote sind gewollt, die werden hingenommen, mit ihnen kann man Geld machen: seien es die Zuckerkranken, seien es die Krebskranken. Aber vermeidbare Tote, mit denen man kein Geld verdienen kann, wie Hunger, Gewalt, krasseste Armut oder Unternährung — damit wird nichts gemacht, denn damit kann man kein Geld verdienen. Diese Toten sind dann in Ordnung. Die anderen Toten wiederum nicht. Jene, die für Big Pharma letztendlich eine Kuh darstellen, die gemolken werden kann, und die Regierungen auf der ganzen Welt noch mehr Macht gibt, Menschen zu kontrollieren. George Orwell hat leider recht gehabt. Es ist nur traurig, wenn man sich heutzutage auf George Orwell bezieht, dass das dann schon wieder einer Verschwörungstheorie ist — dabei wird alles, was er geschrieben hat, zunehmend implementiert und ist schon lange keine Verschwörungstheorie mehr.

Cultural anthropologist & Freelance journalist. Team Demokratischer Widerstand

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