Eine PR Shitshow für den Great Reset

Credits: Jill Sandjaja

Das 51. Treffen der Davos-Clique fand dieses Jahr vom 25. bis 29. Januar 2021 zum ersten Mal digital und »coronakonform« unter dem Titel »Die Davos Agenda« statt. Der eigentliche Davos-Gipfel in physischer Form wurde in den Mai und nach Singapur verlegt — vermutlich, um das Ergebnis eines Jahres weltweiter Lockdowns ungestört bestaunen zu können und weit weg von Protesten der Zivilgesellschaft zu sein.

Dieser Text erschien erstmals für den Monat Januar 2021 im Jahrbuch des Demokratischen Widerstand: https://demokratischerwiderstand.de/magazin

Das diesjährige Januar-Treffen des World Economic Forum diente Klaus Schwab vor allem als Werbeblock für seine Great Reset-Agenda: fünf Tage lang vor Pathos triefende Videobotschaften seiner Lieblings-Zöglinge aus dem Homeoffice, handverlesen im blauen Davos-Rahmen. Die Teilnahme Greta Thunbergs unter dem Label »Davos Agenda« entlarvte sie vollends als »Schwabs kleines Mädchen«. Ob sie die faschistische Wirklichkeit hinter Märchenonkel Klaus‘ blumigen Erzählungen nicht wahrnimmt?

Laut Schwab ist der Neoliberalismus am Ende. So weit, so gut. Ein neues Wirtschaftssystem müsse her — eines, das selbstverständlich grüner, nachhaltiger und besser für alle werde. Schwab präsentiert uns seinen Stakeholder Kapitalismus als Lösung, eine Art »geläuterter« Kapitalismus, in dem Unternehmen nicht nur ihren Anteilseignern, den sogenannten Shareholders, sondern auch der Allgemeinheit, den Stakeholders, verpflichtet seien. Das hört sich für jeden grün denkenden Menschen erstmal gut an — endlich scheint die Elite es begriffen zu haben!

Leider weit gefehlt. Klaus Schwabs »Great Reset« ist ein zynischer Euphemismus für die bewusste Zerschlagung des Mittelstands mithilfe von Lockdowns, Lügen und Staatsterror. Ein »neues Normal«, das selbst vor der intimsten Ebene der Körperlichkeit nicht haltmacht.

Lockdowns, die Fachleuten zufolge ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, Millionen zusätzliche Hungertote gefordert haben, Millionen Existenzen zerstört haben, Millionen Kinder traumatisiert haben und die Ärmsten der Armen am härtesten getroffen haben. Mittlerweile hat sich weltweit herumgesprochen, dass Lockdowns und die Great Reset-Agenda zwei Seiten derselben Medaille darstellen. Sie erscheinen einer enthemmten Elite als das geeignete Mittel, um eine digitale Totaltransformation einzuleiten — ohne uns jemals gefragt zu haben, ob wir das überhaupt wollen.

Der Zweck heiligt eben nicht jedes Mittel. Dieses humanistische Grundprinzip scheinen manche Zeitgenossen ab der ersten Milliarde vergessen zu haben. Eine wie von Schwab geforderte Verschmelzung staatlicher und privatwirtschaftlicher Strukturen ist kein Hippie-Paradies, sondern ein beinharter Überwachungstotalitarismus, in dem Datenschutz, Grundrechte und Gewaltenteilung “Schnee von gestern” sind. Damit auch ja keine Missverständnisse aufkommen, wo die Reise hingeht, setzt das ‘Politbüro des Westens’ inzwischen auf klare Signale: Die diesjährige Davos-Eröffnungsrede hielt erneut Chinas Staatschef Xi Jinping.

Zwei Tage später, am 26.02.2021, ließ uns Klaus Schwab aus seinem Bürostuhl heraus wissen:

Diese Aussage erscheint umso bemerkenswerter, stellt man ihr ein weiteres Schwab-Zitat gegenüber: »Betrachtet man den Prozentsatz der betroffenen Weltbevölkerung, so ist die Corona-Krise auf globaler Ebene (bisher) eine der am wenigsten tödlichen Pandemien, die die Welt in den letzten 2.000 Jahren erlebt hat.« (Schwab/Malleret: Covid 19: »The Great Reset«)

Schwab weiß also um die relative Ungefährlichkeit des Coronavirus, verglichen mit echten Pandemien, und drängt dennoch die gesamte Menschheit zu einer klinisch nicht ausreichend getesteten Impfung. Der Satz »Solange nicht alle geimpft sind, wird niemand sicher sein« liest sich vor diesem Hintergrund fast wie eine Art Schutzgelderpressung. Sicher wovor, möchte man fragen. Vor einem saisonalen Virus — oder vor staatlichen Repressalien?

Klaus Schwab, der neue Pate aus Davos?

Es gab schonmal bessere Darsteller.

Cultural anthropologist & Freelance journalist. Team Demokratischer Widerstand

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